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Normale Version: Mäusebabies - wie?
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Es lassen...
Wenn Du per Zufall (was man bei Zooladenkäufen nie weiß) tatsächlich zwei verschiedengeschlechtliche Mäuse erwischt haben solltest, dann trenn sie sofort.
Du weißt nix über die Herkunft der Mäuse, Du weißt nix über ihre genetischen Voraussetzungen - und dann kann das Ganze böse in die Hose gehen.
Es können Missbildungen, Qualzuchten, Fehlgeburten, Totgeburten entstehen.
Die Mutter kann bei der Geburt sterben oder nach der Geburt ihre Babies auffressen...

Und selbst wenn wider Erwarten alles gutgehen sollte...
Wohin dann mit dem ganzen Nachwuchs?
Eine Farbmaus (ich gehe mal davon aus, dass Du von Farbmäusen sprichst) kann pro Wurf 7-16 Babies zur Welt bringen. In der Regel sind davon deutlich mehr als die Hälfte Männchen. Und unkastrierte Farbmausmännchen kann man dauerhaft nicht zusammen halten. Die Kastration kostet pro Maus zwischen 20 und 70 Euro - mit ca. 40 Euro solltest Du also pro Maus mindestens rechnen.
Trennst Du die Babies nicht rechtzeitig nach Geschlechtern (spätestens am 28. Tag), sitzt Du schneller, als Du gucken kannst, auf einer Mäuseflut.

Ach ja - und wohin mit dem Nachwuchs? Die Jungs, wie gesagt, kannst Du unkastriert nicht vermitteln, die nimmt Dir höchstens ein Schlangenhalter als Futter ab. Willst Du das?

Bitte überdenke das Ganze nochmal. Es sitzen schon ungezählte Mäuse in Tierheimen und gammeln dort vor sich hin... da müssen doch nicht noch mehr dazukommen, oder?

Grüße,
Hayriye

nileansa schrieb:
Ich möchte Nachwuchs - je mehr desto besser.


Dieser Satz lässt mich darauf schließen, dass du dich bisher mit Mäusepopulationen noch gar nicht auseinander gesetzt hast.
Ein einziges Mäusepärchen schafft es innerhalb von einem Jahr locker auf eine Population von 1 Mio Tiere - du solltest also unbedingt sehr sorgfältig planen, wie du vermehren willst. Mäuse als Futtertiere zu züchten ist nicht einfach, wenn man es artgerecht machen möchte.

Die Zuchtböcke benötigen unbedingt Kastratengesellschaft. Und die Weibchen dürfen maximal zwei Würfe zur Welt bringen, mit einer Wurfpause von 1-2 Monaten. Alles andere ist Quälerei.

Die Tiere dauerhaft gemischtgeschlechtlich zusammen zu lassen, ist so ziemlich die schlechteste Idee, die man nur haben kann. Das ganze läuft innerhalb kürzester Zeit völlig aus dem Ruder. Du wärst da definitiv nicht der erste Fall, bei dme genau das eintreten würde.

Jede Mausgruppe benötigt mindestens 1/2 qm Grundfläche (Angaben vom Bundesamt für Ernährung und Veterinärwesen). Du brauchst also sehr viel Platz, viele Käfige, und musst viel Zeit investieren. Und im Krankheitsfall benötigen die Tiere tierärztliche Behandlung, was sie jedoch auf Grund der Medikation oft für die Tiere, deren Futter sie liefern sollen, untauglich macht.

Ein guter Tipp dazu ist das Projekt Biomaus. Die dort genannten Käfiggrößen sind allerdings reine Quälerei, jedoch der Rest ist IMHO durchaus brauchbar.

Wie sich Mäuse vermehren können, kannst du hier gut sehen:
http://www.digital-experts.de/~jaw/maus/...=berechnen

Eine mausgerechte Futtertierzucht bedeutet einen sehr hohen Einsatz von Zeit und auch Geld - das sollte von Anfang an klar sein. Einfach ein Mauspärchen zusammen setzen und ab und zu ein Futtertier raus fischen funktioniert nicht.

Also mein aktueller Eindruck ist leider immer noch nach wie vor so, dass das artgerechteste für deine Mäuse wäre, lieber keinen Nachwuchs zu produzieren.

Ein Futtermauszuchtansatz mit nur zwei Tieren kann - egal wie du es anstellst - niemals artgerecht verlaufen, zumal du ja (indirekt) sagst, dass du 4 Tiere hältst, die jeden 2. Tag mit Mäusen gefüttert werden müssen. Vielleicht willst du uns ja mal genauer beschreiben, was du eigentlich vor hast, welche Tiere du hältst, und wie oft diese mit einem Mäusen gefüttert werden müssen.

Dein bisheriger Ansatz (sinngemäß: "Wenn ihr die Tiere liebt, dann helft mir gefälligst") hilft dir höchstens, zum Troll abgestempelt zu werden, aber kompetente Hilfepostings kannst du mit diesem Ansatz nicht erzwingen.
Du musst dabei auch akzeptieren, dass dies ein Forum für Mäuseliebhaber ist - und für diese gehört zur artgerechten Haltung eben auch oft ein natürlicher Tod. Ob jemand Mäuse als Futtertiere überhaupt in sein Verständnis der artgerechten Haltung einschließen kann, musst du schon den Personen selber überlassen.
Nileansa,
jaw hat Dir schon sehr ausführlich geschrieben, worauf es bei einer vernünftigen Futtermauszucht ankommt.
Du kannst nicht einfach Männlein und Weiblein zusammensetzen und die Mäuse dauerträchtig einen Wurf nach dem anderen produzieren lassen.
Die Mäusemädels brauchen Zuchtpausen, sie sollten nur 2, maximal 3 Würfe in ihrem Leben bekommen.  Unkastrierte Mäusekerle vertragen sich nicht dauerhaft - da bräuchte also jeder Zuchtbock einen oder zwei Kastraten als Gesellschaft, damit er nicht die restliche Zeit allein sitzt.
Wenn Du alle Mäuse einfach in einem Käfig hältst, dann werden Dir die Mädels irgendwann an Entkräftung sterben, weil sie einen Wurf nach dem nächsten bekommen. Und das willst Du im Sinne der Tiere doch auch nicht, oder?
Hast Du das Projekt Biomaus schon gelesen? Wenn ja - dort steht doch alles, wie man eine vernünftige Futtermauszucht aufzieht. Wenn nein -  guckst Du hier: http://www.projekt-biomaus.de/

Will heißen:
Du brauchst mindestens 2 Käfige mit jeweils der Mindestgröße von 80x50x50cm LxBxH.
(Einen für die Mädels, und einen pro Zuchtbock samt Gesellschaftskastraten).

An Futter kann ich Dir das JR Farm Mäuseschmaus oder das Multifit Mäusefutter empfehlen, darunter kannst Du Hirse und Hanfsaat mischen. Außerdem täglich etwas Frischfutter (Gurke, Tomate, frischer Zuckermais, Paprika, Karotte, Zucchini...)  Das Futter von Witte Molen soll auch sehr gut sein, ich weiß aber nicht, wo man das bekommt bzw. ob man das nur im I-Net bestellen kann... (Wenn Du möchtest, kannst Du das Futter auch selber mischen... Hier findest Du eine gute Anleitung: http://wiki.mausebande.com/farbmaus/futtermischung
Trächtige und säugende Mäusemädels benötigen zusätzliches Eiweiß (Mehlwürmer, Gammarus, hartgekochtes Ei, Hüttenkäse, Magerquark...)

So, ich hoffe, Du bist mit meiner Hilfe jetzt einigermaßen zufrieden Wink

Grüße,
Hayriye
Ups, zu spät zum Editieren, sorry....
Mir ist da aber gerade noch was Wichtiges eingefallen.
Du schreibst ja, dass die Babies mit spätestens 7 Tagen verfüttert werden.
Es ist aber nicht ganz einfach, dann auch immer genug Babies zur Verfügung zu haben, die gerade 7 Tage (oder etwas jünger) sind.
Also brauchst Du mindestens noch einen weiteren Käfig, in dem Du dann jeweils ein Mädel mit einem Bock zusammensetzt. Denn Du kannst den Bock ja nicht immer in den Mädelskäfig setzen - dann hast Du phasenweise gleich 30 oder40 Mäusebabies auf einmal und dann erstmal wieder eine ganze Weile keine...

Also musst Du mal rechnen, wie viele Babies Du pro Tag bzw. pro Woche benötigst, und entsprechend, wie viele Mäusemädels Du dann haben müsstest, die halt reihum mit Wurfpausen trächtig werden, sodass Du immer genug (aber auch nicht zu viele) Mäusebabies hättest...
sie stinken, WEIL du den Käfig jeden zweiten Tag sauber machst!
Mäuse sind revierbezogene Tiere. Sie erkennen sowohl Gruppenzugehörigkeit als auch Revierzugehörigkeit am Geruch. Wird der Geruch entfernt, wird schnellstens nach markiert. Wird diese Markierung auch wieder entfernt, wird das nächste mal um so stärker nach markiert.
Davon abgesehen setzt du die Tiere einem enormen Stress aus, weil ihr Revier immer wieder empfindlich gestört wird.

Jeden 2. Tag ist aber in jedem Fall viel zu oft. Je nach Käfiggröße und Streumenge reicht es völlig aus, alle paar Wochen einen Teil des Streus aus zu tauschen. Eine Komplettreinigung erfolgt so in Etappen in einem Intervall von Monaten.

Die Pinkelecken findet man meist recht schnell - dort kann man einfach das Streu etwas häufiger raus nehmen, und das frische Streu mit dem alten mischen, so dass es nicht den Gruppengeruch verliert.

Einzige Ausnahme wäre, wenn du unkastrierte Böcke hast. Die stinken immer sehr extrem. Aber auch da gilt: je mehr du gegen den Geruch an kämpfst, desto stärker wird er. Zusätzlich riskierst du bei Böcken, dass eine Veränderung des Reviergeruchs die Böcke gegeneinander auf hetzt, und sie sich nicht mehr akzeptieren. Unkastrierte Böcke dürfen nichts desto trotz NIEMALS zusammen gehalten werden, da es in den allermeisten Fällen früher oder später zu blutigen Gemetzeln kommt. Zuchtböcke müssen immer mit Kastratengesellschaft gehalten werden, alles andere führt früher oder später in die Katastrophe.

be.my.mouse schrieb:
@ jaw das kann man doch auch ordentlich sagen Wink

häh?

Zitat:
@ nileansa: sind da auch männchen dabei? wenn ja brauchste dich nicht zu wundern, die makieren ihr revier. nimm evtl. geruchstoppendes streu oder reinige jeden tag, was aber ziemlich aufwändig ist auch für die mäuse.


und genau das ist der schlimmste Fehler, den man überhaupt nur machen kann - wie bereits in meinem letzten Posting beschrieben.

Es gibt geruchshemmendes Stereu wie z.B. "No Smell", welches verwendet werden kann, aber leider werden auch parfümierte Streuvarianten angeboten. Diese parfumierten Streus bzw. welche mit Aromazusatz sind auf der Liste von Tierschutzwidrigem Zubehör, und dürfen somit natürlich keinesfalls zum Einsatz kommen.

Also, ich finde, jaw hat absolut sachlich geantwortet - kein Grund also, sich aufzuregen Wink

Und er hat absolut Recht - je öfter man saubermacht, desto mehr markieren die Mäuse nach, denn sie wollen ja ihren Gruppenduft erhalten...

Wir hatten immer ganz normale Streu (waren verschiedene Marken, wir haben aber immer drauf geachtet, dass sie staubarm waren, und natürlich nicht irgendwie parfumiert...)
Bei Sägespänen wäre ich mir nicht so sicher, die stauben doch ordentlich, oder?

Wir hatten auf einigen Etagen auch einfach nur Hanfmatte (bekommt man z. B. bei http://www.futterkonzept.de relativ günstig), und ansonsten haben wir alle 2 Tage mal die groben Pieselecken gereinigt und reihum jede Woche 2 von 5 Etagen neu gemacht...

Als unsere Möchtegern-Kerlchen auf ihre Kastra gewartet haben, haben wir den Käfig sogar überhaupt nicht gesäubert (bestenfalls wirklich mal ein bisschen völlig nasse Streu ausgetauscht), aus Sorge, dass sie sich zerbeißen. Der Geruch war - hmmmm - schon seeehr intensiv, aber ab einem gewissen Punkt wurde er dann auch nicht mehr schlimmer Rolleyes
Die Tiere haben nun mal einen Eigengeruch, unkastrierte Kerle halt leider einen ziemlich intensiven... damit muss man dann wohl leben Wink

@nileansa:
Dein Futter hört sich erstmal schon nicht schlecht an.
Dauerhaft würde ich schon auf "richtiges" Mäusefutter umsteigen - eben JR Farm Mäuseschmaus oder Multifit Mäusefutter oder Witte Molen. Dazu kann man auf jeden Fall noch Hirse mischen (oder eben diese Vogelsaat)
Als Eiweißfutter empfiehlt sich auch eher, Mehlwürmer oder Gammarus zu nehmen (ist einfach natürlicher für die Mäuse), auch mal hartgekochtes Ei, Hüttenkäse, Naturjoghurt/Magerquark...
Wir hatten auch mal Felix Crisp - das waren so kleine Buchstaben, die irgendwie "mäusegerechte" Größe hatten und von unseren Mäuschen auch gern genommen wurden...
Obst würde ich in geringer Menge verfüttern - 1-2mal pro Woche ein bisschen reicht... Mäuse sind nicht so die Obstfresser, die mögen lieber Gemüse. Und Salat auch nur in geringer Menge, kann sonst zu Durchfall führen.
Probier´s mal mit Gurke, Tomate, Zucchini, frischem Zuckermais, Paprika, Möhre....
Anfangs in geringer Menge, damit sie sich daran gewöhnen, später kannst Du ruhig etwas mehr geben...

Eine Trächtigkeit erkennst Du meist erst in den letzten Tagen vor der Geburt (so 3-4 Tage vorher), und zwar daran, dass die Maus birnenförmig wird. Sie bekommt dann links und rechts hinten ungleichmäßig geformte Beulen...
Spätestens dann solltest Du verstärkt Nistmaterial in den Käfig geben (unbedrucktes, unparfumiertes Klo-/Küchen-/Taschentuchpapier) - und den Käfig weitgehend in Ruhe lassen...

Grüße,
Hayriye

nileansa schrieb:
Kann ich Katzenstreu mit rein machen?


Nein! Katzenstreu verklumpt, wenn es im Verdauungstrakt der Mäuse landet (was früher oder später passieren wird), und führt leicht zu Darmverschluss, der fast immer tödlich endet. Ein sehr qualvoller Tod, weil er sich lange hin zieht, man aber nichts dagegen tun kann, außer die Maus rechtzeitig einschläfern lassen. :-(

Nachtrag (editierzeit leider um):

Obst sollte man wirklich nur in winzigen Mengen und auch nur ganz selten anbieten, da das Risiko, einer Maus damit einer Diabeteserkrankung einzuhandeln doch recht groß ist. Davon abgesehen ist es natürlich auch nur ein unnötiger Dickmacher.
Lieber Gemüse und Salat als Frischfutter geben, das ist besser. Futterumstellungen müssen immer sehr langsam gemacht werden, sonst führt es leicht zu gefährlichem Durchfall.
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