01-04-2007, 05:11 AM
Baytril-Info
Baytril ist ein sog. Breitbandantibiotikum mit dem Wirkstoff Enrofloxacin und gilt zurzeit als das wirksamste Antibiotikum im Kampf gegen Atemwegsinfektionen und Mycoplasmose. Es kann bei allen bakteriellen Einzel- und Mischinfektionen und Mycoplasmosen eingesetzt werden. Baytril weist allgemein eine gute Verträglichkeit auf. Es ist rezeptpflichtig bzw. nur beim Tierarzt zu erhalten.
Baytril gibt es in verschiedenen Konzentrationen (0,5%, 2,5%, 5%, 10%.) Für Mäuse empfiehlt sich 2,5%iges Baytril, da dieses am besten zu dosieren ist.
Dosierung und Verabreichung:
Die Dosierung von 2,5%igem Baytril beträgt 0,02ml, einmal täglich zu verabreichen; (entsprechend 0,01ml bei 5%igem Baytril).
Baytril erhält man normalerweise beim Tierarzt in einer 1ml-Einwegspritze, der man die entsprechende Dosis zur oralen Gabe gut entnehmen kann. Da Baytril einen bitteren Geschmack hat, werden es die wenigsten Mäuse freiwillig vom Löffel oder Finger schlecken. Mischt man jedoch den Baytriltropfen z. B. unter einen Klecks Vitaminpaste, nehmen die meisten Mäuse das Gemisch gern an. (Alternativ kann Baytril auch unter Sahne gemischt oder auf eine Haferflocke getropft werden jeder Halter wird sicher wissen, mit welchem Leckerli er seine Maus am besten ködern kann.) Wichtig ist, dass nur die erkrankte Maus das Baytril erhält gesunde Mäuse können evtl. mit einem baytrilfreien Leckerli abgelenkt werden. Eine letzte Möglichkeit bei Mäusen, die sich partout nicht austricksen lassen, besteht darin, der Maus das Baytril auf eine für sie gut erreichbare Stelle im Fell zu schmieren und abzuwarten, bis sie sich geputzt hat. Diese Möglichkeit hat aber den Nachteil, dass zum einen die Maus hierfür aus dem Käfig genommen werden muss, damit keine andere Maus das Baytril aufnimmt, und zum anderen kann nicht garantiert werden, dass die Maus die komplette Dosis aufnimmt, wenn sie z. B. etwas davon irgendwo abstreift.
Sollten alle Tiere der Gruppe gleichzeitig erkrankt sein, so ist auch eine Baytril-Gabe über das Trinkwasser möglich. Die genaue Dosierung hängt von der Gruppengröße ab und ist mit dem Tierarzt abzuklären. Auch hier besteht das Risiko, dass nicht jede Maus die benötigte Dosis Baytril aufnimmt.
Baytril sollte keinesfalls vorbeugend für alle Mäuse verabreicht werden, wenn z. B. nur eine Maus aus der Gruppe erkrankt ist, da sonst die Gefahr besteht, dass sich Resistenzen bilden (s. u.).
Wie bei jedem Antibiotikum gilt auch für Baytril, dass es regelmäßig und v. a. mindestens 5, besser 8-10 Tage (max. 14 Tage) lang gegeben werden muss, da sich sonst Resistenzen der Keime entwickeln und das Antibiotikum beim nächsten Auftreten der Symptome nicht mehr wirksam ist. Auch wenn das Tier bereits symptomfrei ist, sollte das Antibiotikum mindestens drei weitere Tage gegeben werden, um das Überleben einzelner Keime auszuschließen. Wird das Antibiotikum zu früh abgesetzt, können resistent gewordene Keime auch auf andere Mäuse übertragen werden, bei denen dann eine Behandlung mit dem gleichen Medikament nicht mehr anschlägt. Zwischen zwei Behandlungsphasen mit Baytril sollten mindestens vier Wochen liegen.
Nebenwirkungen / Unverträglichkeiten:
Baytril sollte nicht in Kombination mit Chloramphenicol, Makrolid-Antibiotika oder Tetracyclinen verabreicht werden, da sich sonst die Wirkung der Medikamente aufhebt.
Ebenfalls sollte Baytril nicht mit Milch verabreicht werden, da durch das in der Milch enthaltene Kalzium die Wirkstoffaufnahme reduziert wird. (Da Mäuse eine Lactose-Unverträglichkeit haben, sollten sie allerdings ohnehin keine Milch bekommen.)
In einer Studie an Ratten wurde festgestellt, dass es bei Jungtieren im Wachstum zu Knorpelschäden kommen kann – dies allerdings erst beim Einsatz extrem hoher Dosen, wie sie in der Heimtierhaltung nicht vorkommen.
Ob trächtige Mäuse Baytril erhalten dürfen, sollte im Einzelfall mit dem behandelnden Tierarzt abgeklärt werden, da viele Antibiotika vom Muttertier auf die Ungeborenen und über die Milch auf die Neugeborenen übertragen werden. Dies kann sogar erwünscht sein, da die Neugeborenen durch den engen Kontakt zu ihrer Mutter den gleichen Infektionserregern ausgesetzt sind, sollte aber auf jeden Fall nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt erfolgen! (Das Institut für Veterinärpharmakologie und Toxikologie rät von einer Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit ab.)
Nicht angewendet werden sollte Baytril bei- bereits bestehenden Knorpelwachstumsstörungen
- Tieren mit zentralen Anfallsleiden
- vorhandenen Resistenzen gegen Chinolonen
Was ist sonst noch zu beachten:
Baytril sollte bei Zimmertemperatur (15-25 Grad) gelagert werden. Bilden sich kleine Kristalle, sollte das Medikament auf keinen Fall weiter verwendet werden. Der Hersteller (Bayer Health Care) gibt eine Haltbarkeit von 4 Wochen an, langjährig erfahrene Mäusehalter sprechen jedoch von einer deutlich längeren Haltbarkeit auch über mehrere Monate.
Wie viele Medikamente greift auch Baytril die Darmflora an. Zur Unterstützung der Darmflora kann BirdBeneBac (beim Tierarzt erhältlich) zeitversetzt zur Baytrilgabe verabreicht werden.
Quellen: http://www.rattenzauber.de; Institut für Veterinärpharmakologie und Toxikologie 2005 (über http://www.mausebande.com - Baytril-Info); eigene Erfahrungswerte
Zusammengestellt von: Eva (seven)
Baytril ist ein sog. Breitbandantibiotikum mit dem Wirkstoff Enrofloxacin und gilt zurzeit als das wirksamste Antibiotikum im Kampf gegen Atemwegsinfektionen und Mycoplasmose. Es kann bei allen bakteriellen Einzel- und Mischinfektionen und Mycoplasmosen eingesetzt werden. Baytril weist allgemein eine gute Verträglichkeit auf. Es ist rezeptpflichtig bzw. nur beim Tierarzt zu erhalten.
Baytril gibt es in verschiedenen Konzentrationen (0,5%, 2,5%, 5%, 10%.) Für Mäuse empfiehlt sich 2,5%iges Baytril, da dieses am besten zu dosieren ist.
Dosierung und Verabreichung:
Die Dosierung von 2,5%igem Baytril beträgt 0,02ml, einmal täglich zu verabreichen; (entsprechend 0,01ml bei 5%igem Baytril).
Baytril erhält man normalerweise beim Tierarzt in einer 1ml-Einwegspritze, der man die entsprechende Dosis zur oralen Gabe gut entnehmen kann. Da Baytril einen bitteren Geschmack hat, werden es die wenigsten Mäuse freiwillig vom Löffel oder Finger schlecken. Mischt man jedoch den Baytriltropfen z. B. unter einen Klecks Vitaminpaste, nehmen die meisten Mäuse das Gemisch gern an. (Alternativ kann Baytril auch unter Sahne gemischt oder auf eine Haferflocke getropft werden jeder Halter wird sicher wissen, mit welchem Leckerli er seine Maus am besten ködern kann.) Wichtig ist, dass nur die erkrankte Maus das Baytril erhält gesunde Mäuse können evtl. mit einem baytrilfreien Leckerli abgelenkt werden. Eine letzte Möglichkeit bei Mäusen, die sich partout nicht austricksen lassen, besteht darin, der Maus das Baytril auf eine für sie gut erreichbare Stelle im Fell zu schmieren und abzuwarten, bis sie sich geputzt hat. Diese Möglichkeit hat aber den Nachteil, dass zum einen die Maus hierfür aus dem Käfig genommen werden muss, damit keine andere Maus das Baytril aufnimmt, und zum anderen kann nicht garantiert werden, dass die Maus die komplette Dosis aufnimmt, wenn sie z. B. etwas davon irgendwo abstreift.
Sollten alle Tiere der Gruppe gleichzeitig erkrankt sein, so ist auch eine Baytril-Gabe über das Trinkwasser möglich. Die genaue Dosierung hängt von der Gruppengröße ab und ist mit dem Tierarzt abzuklären. Auch hier besteht das Risiko, dass nicht jede Maus die benötigte Dosis Baytril aufnimmt.
Baytril sollte keinesfalls vorbeugend für alle Mäuse verabreicht werden, wenn z. B. nur eine Maus aus der Gruppe erkrankt ist, da sonst die Gefahr besteht, dass sich Resistenzen bilden (s. u.).
Wie bei jedem Antibiotikum gilt auch für Baytril, dass es regelmäßig und v. a. mindestens 5, besser 8-10 Tage (max. 14 Tage) lang gegeben werden muss, da sich sonst Resistenzen der Keime entwickeln und das Antibiotikum beim nächsten Auftreten der Symptome nicht mehr wirksam ist. Auch wenn das Tier bereits symptomfrei ist, sollte das Antibiotikum mindestens drei weitere Tage gegeben werden, um das Überleben einzelner Keime auszuschließen. Wird das Antibiotikum zu früh abgesetzt, können resistent gewordene Keime auch auf andere Mäuse übertragen werden, bei denen dann eine Behandlung mit dem gleichen Medikament nicht mehr anschlägt. Zwischen zwei Behandlungsphasen mit Baytril sollten mindestens vier Wochen liegen.
Nebenwirkungen / Unverträglichkeiten:
Baytril sollte nicht in Kombination mit Chloramphenicol, Makrolid-Antibiotika oder Tetracyclinen verabreicht werden, da sich sonst die Wirkung der Medikamente aufhebt.
Ebenfalls sollte Baytril nicht mit Milch verabreicht werden, da durch das in der Milch enthaltene Kalzium die Wirkstoffaufnahme reduziert wird. (Da Mäuse eine Lactose-Unverträglichkeit haben, sollten sie allerdings ohnehin keine Milch bekommen.)
In einer Studie an Ratten wurde festgestellt, dass es bei Jungtieren im Wachstum zu Knorpelschäden kommen kann – dies allerdings erst beim Einsatz extrem hoher Dosen, wie sie in der Heimtierhaltung nicht vorkommen.
Ob trächtige Mäuse Baytril erhalten dürfen, sollte im Einzelfall mit dem behandelnden Tierarzt abgeklärt werden, da viele Antibiotika vom Muttertier auf die Ungeborenen und über die Milch auf die Neugeborenen übertragen werden. Dies kann sogar erwünscht sein, da die Neugeborenen durch den engen Kontakt zu ihrer Mutter den gleichen Infektionserregern ausgesetzt sind, sollte aber auf jeden Fall nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt erfolgen! (Das Institut für Veterinärpharmakologie und Toxikologie rät von einer Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit ab.)
Nicht angewendet werden sollte Baytril bei- bereits bestehenden Knorpelwachstumsstörungen
- Tieren mit zentralen Anfallsleiden
- vorhandenen Resistenzen gegen Chinolonen
Was ist sonst noch zu beachten:
Baytril sollte bei Zimmertemperatur (15-25 Grad) gelagert werden. Bilden sich kleine Kristalle, sollte das Medikament auf keinen Fall weiter verwendet werden. Der Hersteller (Bayer Health Care) gibt eine Haltbarkeit von 4 Wochen an, langjährig erfahrene Mäusehalter sprechen jedoch von einer deutlich längeren Haltbarkeit auch über mehrere Monate.
Wie viele Medikamente greift auch Baytril die Darmflora an. Zur Unterstützung der Darmflora kann BirdBeneBac (beim Tierarzt erhältlich) zeitversetzt zur Baytrilgabe verabreicht werden.
Quellen: http://www.rattenzauber.de; Institut für Veterinärpharmakologie und Toxikologie 2005 (über http://www.mausebande.com - Baytril-Info); eigene Erfahrungswerte
Zusammengestellt von: Eva (seven)