01-04-2007, 05:08 AM
Atemwegserkrankungen bei Mäusen - Mycoplasmose
Atemwegserkrankungen treten leider sehr häufig bei Mäusen auf. Sie machen sich bemerkbar durch häufiges Niesen und/oder knackende/schnatternde Geräusche beim Atmen, später Nasen- und Augenausfluss sowie Flankenatmung und Atemnot.
!!!Wichtig: Mäuse machen normalerweise keine für den Menschen hörbaren Geräusche – Ausnahmen: „Quietschen“ bei Jagereien oder Beißereien – sie verständigen sich ansonsten im Ultraschallbereich. Daher gilt: Eine Maus, die regelmäßige Geräusche beim Atmen macht, ist aller Wahrscheinlichkeit nach krank!
Bei den ersten Anzeichen einer Atemwegserkrankung sollte SOFORT ein mäusekundiger Tierarzt aufgesucht werden!!! Auch aus einer „einfachen“ Erkältung wird bei Mäusen sehr schnell eine Lungenentzündung, die tödlich enden kann. Mycoplasmose zerstört das Lungengewebe irreparabel, daher keinesfalls einige Tage abwarten oder auf eigene Faust Medikamente ausprobieren! (Den Tierarzt auf eine mögliche Mycoplasmose aufmerksam machen und z.B. nach einen für Mäuse verträglichen Antibiotikum, z.B. „Baytril 2,5% oral“ fragen.
Für einen Laien ist eine genaue Bestimmung des Mycoplasmose-Erregers nicht möglich; auch ist ein Nachweis mittels Blutprobe leider aufgrund der zu großen dafür benötigten Blutmenge an der lebenden Maus nicht durchführbar.
Da jedoch schätzungsweise mehr als 90% der Mäusebestände den Mycoplasmose-Erreger in sich tragen, liegt beim Auftreten von Atemwegserkrankungen der Verdacht auf Mycoplasmose sehr nahe. Normalerweise sind neben Mycoplasmen auch Viren und Bakterien (Mischinfektion) verantwortlich für eine chronische Atemwegserkrankung.
Mycoplasmen sind zellwandlose Mikroorganismen, die als typische Parasiten der Zelloberfläche gelten und sich vorwiegend auf Schleimhäuten ansiedeln. Ein starkes Immunsystem schützt die infizierte Maus vor einem Ausbruch entzündlicher Reaktionen. Mycoplasmen müssen aber nicht der Hauptgrund einer Atemwegserkrankung sein. Sie können auch infolge anderer Erkrankungen, eines geschwächten Immunsystems oder einer Stresssituation die Gelegenheit zur Vermehrung nutzen.
Einmal ausgebrochen, verläuft die Mycoplasmose jedoch chronisch. Sie kann, rechtzeitig erkannt, mit folgenden Antibiotika in ihrem Verlauf verlangsamt bzw. vorübergehend zum Stillstand gebracht werden, sodass auch eine „Myco-Maus“ noch ein langes Mäuseleben führen kann:
Enrofloxacin (z. B. Baytril ; Infos s. u.)
Tetracyclin
Erythromycin
Lincomycin
Gentamicin
Chloramphenicol
Mycoplasmen haben verschiedene Strategien entwickelt, um das mauseigene Immunsystem zu überlisten. Sie treten bei Mäusen hauptsächlich mit folgenden Symptomen in Erscheinung:
Mycoplasma pulmonis:
- Infektionen der Atemwege: diese verlaufen in der Regel chronisch. Typische Symptome sind: Schnattern, Zwitschern und Niesen. Im fortschreitenden Stadium treten knackende Geräusche auf, das Fell wird struppig und es kommt zu starker Flankenatmung. Auch nach einer Behandlung mit Antibiotika können knackende Geräusche zurückbleiben, da das Lungengewebe durch die Mycoplasmen irreparabel zerstört wird.
- Seltener treten Ohrenentzündungen auf:
- Äußere Ohrenentzündung (Otitis externa): Rötung und Entzündung des äußeren Gehörganges
- Mittelohrentzündung (Otitis medea) – „Schiefkopf“: Leichtes bis starkes Schiefhalten des Kopfes, Gefahr von eitriger Labyrinthitis. Diese schreitet über den inneren Gehörgang immer weiter fort und bewirkt Drehbewegungen und Gleichgewichtsstörungen beim erkrankten Tier.
- Gelenkserkrankungen oder Infektionen des Genitaltraktes können ebenfalls auftreten.
Mycoplasma neurolyticum:
- Rolling disease (Rollkrankheit): Die Maus führt bei vollem Bewusstsein zwanghafte Roll- oder Wälzbewegungen um die Längsachse aus.
- Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Eines oder beide Augen tränen und zeigen entzündliche Rötungen sowie Schleimbildung; häufigstes Anzeichen: verklebte Augen.
Ein starkes Immunsystem schützt eine mit Mycoplasmose-Erregern infizierte Maus. Durch günstige Lebensumstände kann ein Ausbrechen der Krankheit herausgezögert werden. Zu vermeiden sind daher folgende ungünstige Faktoren:
- Stress: (z. B. ungünstige Gruppenzusammensetzung, ständiges Wecken und Stören der Tiere, ungünstiger Käfigstandort, ständiges(!) Umräumen im Käfig)
- Unsauberkeit: Keimbildung, die auch andere Krankheiten begünstigt
- Zu große Sauberkeit: Wird der Käfig zu häufig desinfiziert, können die Tiere keine Abwehrkräfte entwickeln und das Immunsystem erlahmt.
- Falsche Käfigeinrichtung: Plastik begünstigt warmes, feuchtes Klima, in dem sich Bakterien stark vermehren können.
- Durchzug
- Temperaturschwankungen
- Trockene Heizungsluft: Reizung der Atemwege
- Zigarettenrauch
- Schlechte Ernährung: Vitamin- und Mineralienmangel schwächen die Abwehrkräfte der Tiere
- Andere Krankheiten, die das Immunsystem zusätzlich stören.
(Quellen: http://www.maeusehilfe.de, http://www.diebrain.de (Ratten-Info), http://www.rattenzauber.de )
Zusammengestellt von: Eva (seven)
Atemwegserkrankungen treten leider sehr häufig bei Mäusen auf. Sie machen sich bemerkbar durch häufiges Niesen und/oder knackende/schnatternde Geräusche beim Atmen, später Nasen- und Augenausfluss sowie Flankenatmung und Atemnot.
!!!Wichtig: Mäuse machen normalerweise keine für den Menschen hörbaren Geräusche – Ausnahmen: „Quietschen“ bei Jagereien oder Beißereien – sie verständigen sich ansonsten im Ultraschallbereich. Daher gilt: Eine Maus, die regelmäßige Geräusche beim Atmen macht, ist aller Wahrscheinlichkeit nach krank!
Bei den ersten Anzeichen einer Atemwegserkrankung sollte SOFORT ein mäusekundiger Tierarzt aufgesucht werden!!! Auch aus einer „einfachen“ Erkältung wird bei Mäusen sehr schnell eine Lungenentzündung, die tödlich enden kann. Mycoplasmose zerstört das Lungengewebe irreparabel, daher keinesfalls einige Tage abwarten oder auf eigene Faust Medikamente ausprobieren! (Den Tierarzt auf eine mögliche Mycoplasmose aufmerksam machen und z.B. nach einen für Mäuse verträglichen Antibiotikum, z.B. „Baytril 2,5% oral“ fragen.
Für einen Laien ist eine genaue Bestimmung des Mycoplasmose-Erregers nicht möglich; auch ist ein Nachweis mittels Blutprobe leider aufgrund der zu großen dafür benötigten Blutmenge an der lebenden Maus nicht durchführbar.
Da jedoch schätzungsweise mehr als 90% der Mäusebestände den Mycoplasmose-Erreger in sich tragen, liegt beim Auftreten von Atemwegserkrankungen der Verdacht auf Mycoplasmose sehr nahe. Normalerweise sind neben Mycoplasmen auch Viren und Bakterien (Mischinfektion) verantwortlich für eine chronische Atemwegserkrankung.
Mycoplasmen sind zellwandlose Mikroorganismen, die als typische Parasiten der Zelloberfläche gelten und sich vorwiegend auf Schleimhäuten ansiedeln. Ein starkes Immunsystem schützt die infizierte Maus vor einem Ausbruch entzündlicher Reaktionen. Mycoplasmen müssen aber nicht der Hauptgrund einer Atemwegserkrankung sein. Sie können auch infolge anderer Erkrankungen, eines geschwächten Immunsystems oder einer Stresssituation die Gelegenheit zur Vermehrung nutzen.
Einmal ausgebrochen, verläuft die Mycoplasmose jedoch chronisch. Sie kann, rechtzeitig erkannt, mit folgenden Antibiotika in ihrem Verlauf verlangsamt bzw. vorübergehend zum Stillstand gebracht werden, sodass auch eine „Myco-Maus“ noch ein langes Mäuseleben führen kann:
Enrofloxacin (z. B. Baytril ; Infos s. u.)
Tetracyclin
Erythromycin
Lincomycin
Gentamicin
Chloramphenicol
Mycoplasmen haben verschiedene Strategien entwickelt, um das mauseigene Immunsystem zu überlisten. Sie treten bei Mäusen hauptsächlich mit folgenden Symptomen in Erscheinung:
Mycoplasma pulmonis:
- Infektionen der Atemwege: diese verlaufen in der Regel chronisch. Typische Symptome sind: Schnattern, Zwitschern und Niesen. Im fortschreitenden Stadium treten knackende Geräusche auf, das Fell wird struppig und es kommt zu starker Flankenatmung. Auch nach einer Behandlung mit Antibiotika können knackende Geräusche zurückbleiben, da das Lungengewebe durch die Mycoplasmen irreparabel zerstört wird.
- Seltener treten Ohrenentzündungen auf:
- Äußere Ohrenentzündung (Otitis externa): Rötung und Entzündung des äußeren Gehörganges
- Mittelohrentzündung (Otitis medea) – „Schiefkopf“: Leichtes bis starkes Schiefhalten des Kopfes, Gefahr von eitriger Labyrinthitis. Diese schreitet über den inneren Gehörgang immer weiter fort und bewirkt Drehbewegungen und Gleichgewichtsstörungen beim erkrankten Tier.
- Gelenkserkrankungen oder Infektionen des Genitaltraktes können ebenfalls auftreten.
Mycoplasma neurolyticum:
- Rolling disease (Rollkrankheit): Die Maus führt bei vollem Bewusstsein zwanghafte Roll- oder Wälzbewegungen um die Längsachse aus.
- Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Eines oder beide Augen tränen und zeigen entzündliche Rötungen sowie Schleimbildung; häufigstes Anzeichen: verklebte Augen.
Ein starkes Immunsystem schützt eine mit Mycoplasmose-Erregern infizierte Maus. Durch günstige Lebensumstände kann ein Ausbrechen der Krankheit herausgezögert werden. Zu vermeiden sind daher folgende ungünstige Faktoren:
- Stress: (z. B. ungünstige Gruppenzusammensetzung, ständiges Wecken und Stören der Tiere, ungünstiger Käfigstandort, ständiges(!) Umräumen im Käfig)
- Unsauberkeit: Keimbildung, die auch andere Krankheiten begünstigt
- Zu große Sauberkeit: Wird der Käfig zu häufig desinfiziert, können die Tiere keine Abwehrkräfte entwickeln und das Immunsystem erlahmt.
- Falsche Käfigeinrichtung: Plastik begünstigt warmes, feuchtes Klima, in dem sich Bakterien stark vermehren können.
- Durchzug
- Temperaturschwankungen
- Trockene Heizungsluft: Reizung der Atemwege
- Zigarettenrauch
- Schlechte Ernährung: Vitamin- und Mineralienmangel schwächen die Abwehrkräfte der Tiere
- Andere Krankheiten, die das Immunsystem zusätzlich stören.
(Quellen: http://www.maeusehilfe.de, http://www.diebrain.de (Ratten-Info), http://www.rattenzauber.de )
Zusammengestellt von: Eva (seven)